Podcast: Gustav Mahlers 2. Symphonie in c-Moll “Auferstehungssymphonie”

Podcast Gustav Mahler Symphonie Nr. 2 c-Moll “Auferstehungssymphonie”

Manuskript zum Podcast:

Musikbeispiel: 5. Satz, 7.15min

Gustav Mahlers 2. Symphonie für großes Orchester, gemischten Chor und zwei Gesangssolisten ist mit ihren knapp 90 Minuten Dauer eines der monumentalsten Werke der Orchesterliteratur. Die Partitur fordert mehr als 40 Bläser, darunter 10 Hörner und 8 Trompeten, sowie großes Schlagwerk und zusätzlich eine Orgel.

Nach dem Misserfolg seiner 1. Symphonie gelang Gustav Mahler, der bis dahin vor allem als Dirigent bekannt war, mit diesem gewaltigen Werk endlich auch als Komponist der lang ersehnte Durchbruch.

Erstaunlich ist, dass Mahler schon vor der Fertigstellung der 1. Symphonie mit dem Komponieren der 2. Symphonie begann. „Also eigentlich knüpft meine 2. Symphonie direkt an die erste an!“ schrieb Mahler 1896 an einen Freund. „Ich habe den ersten Satz „Totenfeier“ genannt, und wenn Sie es wissen wollen, so ist es der Held meiner D-Dur-Symphonie, den ich da zu Grabe trage, und dessen Leben ich, von einer höheren Warte aus, in einem reinen Spiegel auffange.“

Musikbeispiel: 1.Satz, Anfang

Im Dezember 1894 war es dann endlich so weit: Nach über 7 Jahren hatte Mahler seine 2. Symphonie fertiggestellt. An eine Gesamtaufführung dieses fünfsätzigen Werkes war damals aufgrund des hohen instrumentalen und vokalen Aufwands allerdings noch nicht zu denken. So wurden zu verschiedenen Anlässen erst einmal einzelne Sätze der Symphonie aufgeführt. Seinem erheblich berühmteren Kollegen Richard Strauss hatte er es dann zu verdanken, dass er mit den Berliner Philharmonikern die ersten drei Sätze im Zusammenhang aufführen konnte. Ein halbes Jahr später, am 13. Dezember 1894, wurde das Werk dann in Berlin mit allen fünf Sätzen uraufgeführt. Die Uraufführung kam nur zu Stande, weil zwei vermögende Hamburger Freunde für die beträchtlichen Kosten von etwa 5000 Reichsmark aufkamen. Mahlers Gehalt an der Hamburger Oper betrug damals monatlich 1000 Reichsmark. Bis zu Mahlers Tod 1911 kam es insgesamt zu 38 Aufführungen der Symphonie, von denen Mahler selbst 10 dirigierte. Die 2. Symphonie war somit die am häufigsten gespielte Sinfonie Mahlers.

Zwischen einem Trauermarsch zu Beginn des Werks und dem Finale stehen ein Ländler und zwei Lieder aus der Sammlung “Des Knaben Wunderhorn”. Diese Gratwanderung durch unterschiedlichste Klangwelten kann man auch als “instrumentale Oper” bezeichnen.

Nach dem Trauermarsch zu Beginn der Symphonie wirkt der Ländler im 2. Satz wie ein Intermezzo und zeigt den an Mahlers Musik so oft kritisierten volkstümlichen und trivialen Stil. Der Satz steht im großen Gegensatz zu den anderen Sätzen der Symphonie.

Musikbeispiel: 2. Satz, Anfang

Es folgt als 3. Satz ein dreiteiliges Scherzo, welches vor Witz und humorvollen Wendungen nur so strotzt. Vor allem zum tragisch-bedrückenden Stil des 1. Satzes steht dieser in vielen Teilen ironische Satz in starkem Kontrast. Mahler bearbeitete in diesem Satz Teile des Wunderhorn-Liedes „Des Antonius von Padua Fischpredigt“.

Musikbeispiel: 3. Satz, einblenden 2 min – 3 min

Im Orchesterlied des 4. Satzes mit den Titel “Urlicht” setzt Mahler zum ersten Mal in einer Symphonie mit einem Altsolo die menschliche Stimme ein. Er übernimmt das Gedicht vollständig aus dem Wunderhorn-Zyklus und vermischt emotionalen Ausdruck und Erzählung.

Musikbeispiel: 4. Satz, einblenden 0.4 min

Mit einer groß angelegten achtstrophigen Kantate beendet Mahler seine Symphonie. Als Grundlage für die ersten beiden Strophen wählte er Ausschnitte aus Friedrich Gottlieb Kloppstocks geistlichem Lied “Auferstehung”, die er leicht veränderte und um eigene Strophen ergänzte. Dieses Gedicht sollte dem Werk später seinen Beinamen „Auferstehungssymphonie“ verleihen. Die Symphonie endet in einem bombastischen Schlussteil, in dem zusätzlich zum gemischten Chor noch eine Orgel und mehrere Glocken ertönen.

Musikbeispiel: 5. Satz, 30.10 min – Ende

© Christoph Wurm

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