Gustav Mahler – Einführung zum Komponisten

Gustav Mahler (7.7.1860 bis 18.5.1911) stammte aus einer jüdischen Familie in Mähren. 1901 heiratete er Alma Schindler, mit der er zwei Töchter hatte. Er starb an den Folgen eines langjährigen Herzleidens in Wien.

Mahlers ungewöhnliches Talent konnte sich schon früh durch ein parallel zur Schulbildung erfolgtes Musikstudium am Wiener Konservatorium entwickeln. Erste Anstellungen als Dirigent führten ihn an Theater in Laibach, Olmütz, Kassel, Prag, Leipzig und Budapest. Von 1891 bis 1897 war Mahler Kapellmeister des Stadttheaters Hamburg, ehe er zehn Jahre lang den begehrtesten Dirigentenposten seiner Zeit als Direktor der Wiener Hofoper inne hatte. Von 1907 bis zu seinem Tod war er musikalischer Leiter der Metropolitan Opera in New York. Als Dirigent gerade auch von Opern trat Mahler maßgeblich als Reformer auf, der Opern im Sinne Wagners als Gesamtkonzept verstand.

Nur die Sommerpausen der Theater- und Konzertspielzeiten ermöglichten Mahler jeweils längere Schaffensphasen, die er zumeist an Gebirgsseen (z.B. dem Attersee oder dem Wörthersee) in von ihm eigens dafür eingerichteten Komponierhäuschen verbrachte. Er schuf ein Klavierquartett, von dem nur ein Satz erhalten ist, die Märchen-Kantate „Das klagende Lied“ und zehn Sinfonien, von denen die letzte unvollendet blieb. Mahler vertonte auch etwa drei Dutzend Lieder, unter anderem die Zyklen „Lieder eines fahrenden Gesellen“, „Aus des Knaben Wunderhorn“, „Kindertotenlieder“, „Fünf Rückert-Lieder“ und den sinfonischen Liederzyklus „Das Lied von der Erde“. In drei Sinfonien (II, III, IV) setzt Mahler Lieder als musikalische Sätze ein. Die Achte und die Zweite Sinfonie sehen neben Vokalsolisten auch einen großen Chor als Besetzung vor.

Gustav Mahler ist nicht erst durch die Feiern aus Anlass seines 150. Geburtstags im Jahr 2010 und seines 100. Todestags im letzten Jahr in den Blickpunkt des Interesses von Musikwissenschaft und Konzertpublikum gerückt. Er gilt inzwischen als spezifisch moderner Komponist, der noch vor Schönberg und vor allem im Rahmen der musikalischen Tradition mit ebendieser abgeschlossen hat. Seine Werke sind – bei allen Herausforderungen an eine Aufführung mit außerordentlich großem Orchesterapparat und auch erheblicher Länge – unverzichtbarer Bestandteil des Konzertrepertoires geworden.

© Dr. Claudia Korsmeier

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